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E-Commerce unter Druck: Die 40%-Leerraum-Regel der EU-Verpackungsverordnung (PPWR)

Am 16. August 2026 erlangt die PPWR volle Geltung. Versandhändler müssen ihre Verpackungen radikal umstellen, um Bußgelder und Vertriebsverbote zu vermeiden.

Am 16. August 2026 erlangt die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) volle Geltung. Für Versandhändler, Online-Shops, Hersteller und Fulfillment-Dienstleister bringt die Verordnung erhebliche Änderungen bei Verpackungen, Versandprozessen und Recyclinganforderungen mit sich.

Besonders im E-Commerce steigt der Druck deutlich. Künftig stehen Verpackungsvolumen, Recyclingfähigkeit und Materialeinsatz stärker im Fokus der Behörden und dualen Systeme. Unternehmen, die ihre Verpackungslösungen nicht rechtzeitig anpassen, riskieren Bußgelder, höhere Lizenzkosten und mögliche Vertriebsbeschränkungen.

Neue 40%-Leerraum-Regel für Versandverpackungen

Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die sogenannte Leerraumminimierung. Die PPWR begrenzt künftig den zulässigen Leerraum in Transport- und Versandverpackungen.

Je nach Verpackungsart gilt eine maximale Leerraumquote von etwa 40 % bis 50 %. Ziel der Regelung ist es, unnötiges Verpackungsvolumen, Materialverbrauch und Transportemissionen zu reduzieren.

Besonders betroffen sind:

  • Online-Shops
  • Versandhändler
  • Fulfillment-Unternehmen
  • Marktplatzhändler
  • Logistikdienstleister

Überdimensionierte Kartons mit übermäßigem Füllmaterial geraten damit zunehmend in den Fokus regulatorischer Kontrollen.

Unternehmen müssen ihre Verpackungsgrößen künftig deutlich präziser an Produktgrößen und Versandanforderungen anpassen.

Design for Recycling wird verpflichtend

Die PPWR verschärft außerdem die Anforderungen an die Recyclingfähigkeit von Verpackungen. Künftig dürfen nur noch Verpackungen in Verkehr gebracht werden, die recyclingfähig gestaltet sind.

Dabei gewinnt das Prinzip „Design for Recycling“ massiv an Bedeutung.

Besonders relevant sind künftig:

  • sortenreine Materialien
  • recyclingfähige Kunststoffe
  • leicht trennbare Verpackungskomponenten
  • reduzierte Materialverbunde
  • recyclingfähige Füll- und Polstermaterialien

Verpackungen mit schlechter Recyclingfähigkeit werden wirtschaftlich zunehmend unattraktiv, da die Systementgelte der dualen Systeme stärker nach ökologischer Gestaltung gestaffelt werden.

Unternehmen mit schlecht recycelbaren Verpackungen müssen daher künftig mit höheren Lizenzkosten rechnen.

LUCID-Prüfpflicht und stärkere Haftung von Marktplätzen

Auch die Registrierungspflichten im Verpackungsrecht werden verschärft. Online-Marktplätze und Plattformen haften künftig verstärkt mit, wenn Hersteller oder Händler nicht ordnungsgemäß im Verpackungsregister LUCID registriert sind.

Dadurch steigt der Druck auf Händler erheblich, ihre Registrierungen und Systembeteiligungen vollständig und aktuell zu halten.

Betroffen sind insbesondere Händler auf Plattformen wie:

  • Amazon
  • eBay
  • Etsy
  • Kaufland Marketplace
  • internationale Online-Marktplätze

Fehlende oder fehlerhafte Registrierungen können künftig schneller zu Verkaufsstopps oder Sperrungen führen.

Warum Unternehmen jetzt handeln sollten

Die PPWR verändert den Umgang mit Versand- und Verkaufsverpackungen grundlegend. Besonders im Onlinehandel steigen die technischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Anforderungen deutlich.

Unternehmen sollten deshalb frühzeitig:

  • Versandkartons optimieren
  • Verpackungsgrößen reduzieren
  • Füllmaterialien prüfen
  • Recyclingfähigkeit bewerten
  • Lizenzkosten analysieren
  • LUCID-Registrierungen kontrollieren

Gerade bei großen Versandmengen können ineffiziente Verpackungen künftig erhebliche Mehrkosten verursachen.

Handlungsempfehlung für Unternehmen

Optimieren Sie Ihre Versandkartonagen auf maximale Passgenauigkeit und reduzieren Sie unnötige Hohlräume in Verpackungen. Prüfen Sie außerdem die Recyclingfähigkeit Ihrer Verpackungen, Versandmaterialien und Füllstoffe.

Unternehmen sollten ihre Verpackungskonzepte bereits vor August 2026 an die neuen Anforderungen der PPWR anpassen, um rechtliche Risiken und steigende Systemkosten zu vermeiden.

Fazit

Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) bringt ab August 2026 tiefgreifende Veränderungen für den E-Commerce und den Versandhandel. Besonders die neue Leerraumregel, strengere Recyclinganforderungen und verschärfte Registrierungspflichten erhöhen den Anpassungsdruck erheblich.

Unternehmen, die ihre Verpackungsstrategien frühzeitig modernisieren, können Kosten senken, regulatorische Risiken vermeiden und ihre Nachhaltigkeitsziele besser erreichen.


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